Naturkunde hautnah

Gut zwei Monate ist es her, dass die Schüler der IGS gemeinsam mit den Einbecker Grundschulen 5.000 Laub- und Nadelbäume pflanzten und damit aus einem ehemaligen Maisacker einen Schulwald schufen.

Die Schüler der 5c waren nun besonders gespannt und wollten erfahren, was aus „ihren Bäumen“ geworden ist. Sind sie angegangen oder vertrocknet? Haben sich schon andere Pflanzen und vor allem Tiere dort niedergelassen? Und finden sich überhaupt noch ihre Namensschilder wieder?
Diese und andere brennende Fragen galt es zu beantworten, als die Schüler am 08.06. gemeinsam mit ihren beiden Tutoren Florian Berkenfeld und Katharina Walter zum Schulwald aufbrachen.

Nach einer anfänglichen Stärkung am Picknicktisch im Klassenzimmer, bei welcher sich zugleich auf das Thema Wald eingestimmt und parallel dazu der kurze Regenschauer überbrückt wurde, wanderten die Schüler und Lehrer schließlich gut gelaunt die 4 Kilometer gen Schulwald. Dort angekommen, staunten die Mädchen und Jungen nicht schlecht - die Fläche des Schulwaldes hatte sich in den vergangenen Wochen deutlich verändert. Der kahle Acker blühte in bunten Farben. Neben dem farbenprächtigen Klatschmohn haben sich auch unzählige Kamillen angesiedelt, die ihren Duft weit über die Wiese verströmten. Auch die gepflanzten Bäume zeigten sich von ihrer besten Seite - in einem sommerlich-satten Grün. Aufgeregt suchten die Schüler sofort den Platz, an dem sie selbst ihre Bäume gepflanzt hatten. Die Lehrer wiederum konnten in stolze Gesichter blicken.

Für die Tutoren der Klasse bestätigte sich so einmal mehr, dass der Schulwald ein motivierender und vielseitiger außerschulischer Lernort ist. Alsbald galt es nach der ersten Erkundung und dem Wiedersehen mit ihren Bäumen, sich nun den entsprechenden naturwissenschaftlichen Themen zu widmen. Die Schüler sollten ihre Fähigkeiten zur Pflanzen- und Tierbestimmung weiter vertiefen, nachdem sie im Verlauf des Schuljahres bereits einige Pflanzen- und Tierfamilien kennengelernt hatten. Schnell wurden kleine Fanggläser verteilt, die Gruppen und Suchgebiete gebildet und die Aufgabenstellung erläutert. Anschließend strömten die Schüler durch den Wald, über die Wiese und an der Böschung entlang aus, um selbst wie Forscher und Naturkundler auf eine Entdeckungsreise zu gehen. Zahlreiche heimische Insekten, Spinnen und Kriechtiere wurden gefangen, mithilfe von Bestimmungsbüchern klassifiziert und den Mitschülern präsentiert, bevor sie wieder in ihren natürlichen Lebensraum entlassen wurden.

Mit nassen Schuhen, glücklichen Gesichtern und neu erworbenem Wissen wanderten die Schüler am Nachmittag schließlich wieder zurück zur IGS. Das Fazit: Der Schulwald bietet die Möglichkeit, Unterrichtsstoff lebendig zu vermitteln und die Schüler durch ihre emotionale Bindung zu ihren Bäumen stärker zu motivieren. Und so ist auch für das kommende Schuljahr bereits eine Exkursion in den Schulwald geplant – da  sind sich Schüler und Lehrer einig!