„XO, XO, Küsschen mit Tschüßchen“

Junge Schauspieler der Jugendkirche Marie verzaubern mit „Dornröschen“ den 6. Jahrgang der IGS Einbeck

„Was ist weiß, traurig und kriecht den Berg hoch?“
So viel Spielfreude, Publikumsnähe und Herzlichkeit macht Jugendtheater zu einem großen Erlebnis! Mit fantastischem Detail- und Einfallsreichtum gab die Jugendkirche Marie in Einbeck das Wintermärchen „Dornröschen“ am Dienstagvormittag für mehrere Klassen aus verschiedenen Schulen, darunter auch der 6. Jahrgang der IGS Einbeck.  
Die bekannte Geschichte des Mädchens, dass sich an seinem 16. Geburtstag in den Finger sticht und von einem Prinz erlöst wird,  wurde von den Jugendlichen mit Glitzer, Wasserspritzpistole, Travestie, wahrer Liebe und mit dem Prinz aus den Herbstlanden aufgepeppt.
Menschen sind in diesem Königreich des Frühlings nicht vorhanden, dafür aber Feen. Auch das Publikum werden kurzerhand zu Feen und so  auch angesprochen.

Und die kleinen Zuschauerfeen im Publikum sind ganz in dem Stück versunken. „Was ist weiß, traurig und kriecht den Berg hoch?“, fragt die Hofnarrenfee den König. „Eine Lawine mit Heimweh!“, platzt es aus einem Grundschulmädchen heraus. Die jungen Schauspieler verlieren kurz die Fassung und müssen grinsen. Geschickt bauen sie das Mädchen in ihr Stück mit ein. Auch Luis aus der 6b muss der Königin durch Komplimente wieder neues Selbstvertrauen geben, als diese es verloren hat. Ganz nah sind die Künstler ihrem jungen Publikum und schaffen es immer wieder spannende Stille zu erzeugen. Die leuchtenden, grünen Augen der bösen Fee schaffen es besonders gut, die aufgeregte Kinderschar zum Schweigen zu bringen. Da muss dann schon die Hofnarrenfee ihren Hüftschwung auf die Bühne schwingen, damit die Angst bei den Kindern verschwindet. Auch die Königin textet sich mit Chatabkürzungen in die Herzen der Zuschauer.

Interessanter für die älteren Schüler ist zweifelsohne die Liebesgeschichte und „Ob die sich wohl echt küssen?“ Die zwei Darsteller schaffen es mit wenigen, aber gekonnten Gesten, die Geschichte von Prinzessin und Prinz voll und ganz auszufüllen. Unterstützt werden sie dabei von drei durchgeknallt liebenswerten Feen, die mit Licht, Wasser und Blumen die Welt ein bisschen besser machen.
 
Hier merkt man, dass Theater jedem Menschen ganz nah kommt, viel näher als es ein Film sein kann. Dass sich die Schüler der 6a Gedanken zu dem Stück machten, bemerkte man auch in der Nachbesprechung im Klassenzimmer. „Warum war die Königin eigentlich ein Mann und der König eine Frau?“, fragt sich Tammy. Viele Antworten und Ideen werden gemeinsam gefunden. Und was Theater so großartig macht, nämlich das Schlüpfen in andere Rollen, das erkennen die Schüler ganz von selbst: „Vielleicht wollten sie einfach mal ausprobieren wie das ist und die Rollen tauschen.“