Stolpersteine erkunden: Exkursion des WPK GL 1 nach Stadthagen

Die Schülerinnen und Schüler des Wahlpflichtkurses Gesellschaftslehre 1 des 9. Jahrgangs wurden vom Förderverein ehemalige Synagoge e.V. eingeladen, nach Stadthagen zu kommen. Den Anlass dafür bot das von Schülern entwickelte Projekt „5 Minuten für 6 Millionen“, über das sich der Kurs informieren wollte, um es ggf. auch in Einbeck einzuführen.

Der WPK fuhr in Begleitung von Frau Dr. Behrens mit dem Zug über Hannover bis nach Stadthagen. Als wir am Bahnhof ankamen, wurden wir von Andreas Kraus empfangen, der dem Verein vorsteht und die pädagogischen Projekte koordiniert. Herr Kraus hat uns die Stadt gezeigt; das Thema waren dabei die in Stadthagen verlegten Stolpersteine. Wir sind zu einigen Häusern mit Stolpersteinen gegangen, wo uns Herr Kraus die Geschichten zu den einzelnen Familien erzählt hat. Außerdem waren wir an dem jüdischen Friedhof in Stadthagen, wo wir unter anderem gelernt haben, dass man im Judentum statt Blumen einen Stein auf die Gräber legt und dass man über einen jüdischen Friedhof nichts bauen darf, weil die Gräber bis zum Jüngsten Tag Bestand haben sollen.

Anschließend sind wir mit Frau Dr. Behrens und Herrn Kraus ins Ratsgymnasium gegangen, wo Herr Kraus auch Lehrer ist, dort bekamen wir Mittagessen. Auf Wunsch der Schüler hat uns Herr Kraus danach spontan die Schule gezeigt. Wir waren sehr positiv überrascht, wie viele schöne Projekte die Schule hat, wie z.B. ein sehr großes Musikprojekt, bei dem die Musikklassen und die Theaterkurse ein Theaterstück mit der Partnerschule aus Polen spielen. Die Schule hat außerdem eine große Bücherei.

Nach der Schulführung sind wir in die Synagoge gegangen. Die Synagoge ist ein außerschulischer Lernort und wurde ganz neu renoviert. Sie ist etwas sehr Besonderes, denn die Synagoge hat noch immer die obere Etage, wo früher die Frauen saßen. Diese wurde umgebaut, so dass man heute einen Ort hat, wo Tagungen und Seminare stattfinden können. Die Synagoge hat außerdem eine echte Thora, die von einem in die USA emigrierten Stadthagener Juden gestiftet wurde und die in der Wand mit einem Holzschrank eingebaut ist. Um die Erlaubnis zu bekommen, dass die Thora in die Synagoge kommen darf, musste extra ein Rabbiner kommen.

In der Synagoge gibt es viele Informationen über die Verfolgten des Nationalsozialismus in Stadthagen und Schaumburg.Wir Schüler haben ein Video geschaut, wo Namen aufgezählt wurden. Wir sollten uns einen Namen merken und konnten anschließend in einer Datenbank nach der Person suchen und Informationen bekommen. Wir waren sehr positiv überrascht von der Synagoge, wie aus einem baufälligen Gebäude ein so schöner Ort werden kann. Auch das Projekt „5 Minuten für 6 Millionen“, wo die Schüler der Stadthagener Schulen jedes Jahr am Tag der Befreiung von Auschwitz Rosen auf den Stolpersteinen niederlegen, hat uns sehr beeindruckt.

Danach sind wir zurück zum Bahnhof gegangen und sind mit dem Zug wieder über Hannover zurückgefahren, dort hatten wir noch etwas Zeit zum Bummeln im Bahnhof. Am Ende des Tages war es ein sehr abwechslungsreicher Ausflug, der uns gut gefallen hat. Wir möchten uns mit dem Thema Stolpersteine und mit der Geschichte noch intensiver beschäftigen .Wir als Kurs haben viele tolle Ideen für Projekte bekommen, die man auch in Einbeck vielleicht umsetzen kann.

von Lea-Sophie Klie