Tschuko Tschuko sefari

Schüler der IGS Einbeck treffen auf den syrischen Musiker Renas Ibrahim

„Eh voll gut, Frau Lücking!“ raunt Said mir zu. Gemeinsam mit den Schülern zweier WPK Kurse singe ich mit unserem Besucher ein Lied. „Tschuko, Tschuko sefari“ ist in kurdischer Sprache. Unser Gast, der syrische Musiker Renas Ibrahim hat es mitgebracht. Ich gebe mir Mühe, mir den Klang der kurdischen Wörter bei meinen Schülern abzuhören. „Wägere Hilina chwe“ fällt mir besonders schwer. Umso mehr freue ich mich über das Lob von Said. Er, Amar, Ruha und einige andere Schüler sind eigentlich nicht im WPK, haben die Gelegenheit wahrgenommen, den Musiker aus ihrem Geburtsland zu treffen. Als Renas mit Hilfe von Fotos uns das Land Syrien vorstellt, ergänzt Said und erklärt touristische Höhepunkte des Landes und kulinarische Köstlichkeiten.
Renas zeigt uns ein besonderes Instrument. Retmir weiß sofort, wie man es nennt: „Saz“ ruft er aus, sobald er das Zupfinstrument zu sehen bekommt. Renas spielt uns Tonleitern und allein die versetzen uns in ein fernes Land. Es wird ganz still und gleichzeitig hat man das Gefühl von Urlaub und Wehmut. Touristen sind jetzt bestimmt nicht an diesen Plätzen in Syrien.
Renas‘ Besuch ist an ein Projekt angegliedert, das sich „Global Board zu Gast im Klassenzimmer“ nennt. Durchgeführt von der Landesmusikakademie und dem Musikland Niedersachsen ist es eine tolle Möglichkeit für Schulen, Musiker einzuladen. Die IGS nahm in diesem Herbst nun schon zum zweiten Mal die Gelegenheit wahr, Musikleben in den Musikunterricht einzubauen. So besuchte im Spätsommer schon der Organist Christoph Pannek den fünften und den sechsten Jahrgang.
„waye Baran debari“ singen wir weiter. Meine Schülerin Mariya singt lächelnd mit. Sie spricht noch kurz mit dem Musiker, nachdem alle Schüler schon in die Pause gegangen sind. Sie stellen fest: sie beide waren im gleichen Flüchtlingslager im Irak.