Mit dieser Frage beschäftigt sich die Integrierte Gesamtschule (IGS) Einbeck jedes Jahr aufs Neue – und setzt dabei auf bewährte Präventionsarbeit. Auch in diesem Schuljahr fand wieder das Projekt zur Stärkung des Selbstwertgefühls und Selbstbewusstseins für Schülerinnen und Schüler des 6. Jahrgangs statt. In geschlechtsspezifischen Gruppen nahmen jeweils zwölf Mädchen und zwölf Jungen an den mehrtägigen Workshops teil. Für die Mädchen leitete Wendo-Trainerin Irina Grobecker ein intensives Wendo-Training, das Selbstbehauptung und Selbstverteidigung auf besondere Weise kombiniert. Die Mädchen lernten, Grenzen zu setzen, ihre Stimme zu erheben und in schwierigen Situationen selbstsicher zu reagieren. Parallel dazu erlebten die Jungen mit Psychologe Sebastian Wernke ein erlebnispädagogisches Angebot, das Teamgeist, gegenseitiges Vertrauen und den Umgang mit eigenen Stärken und Schwächen in den Mittelpunkt stellte. Durch gemeinsame Aufgaben und Reflexionsrunden wurde den Jungen vermittelt, wie wichtig gegenseitiger Respekt und ein gesundes Selbstbewusstsein sind. „Es ist uns ein großes Anliegen, unseren Schülerinnen und Schülern Räume zu bieten, in denen sie sich selbst besser kennenlernen und ihre Selbstwirksamkeit erfahren können“, betonte Simone Bertram, Schulsozialarbeiterin an der IGS Einbeck. Die Rückmeldungen aus den Gruppen seien erneut sehr positiv gewesen – viele Teilnehmende hätten von gestärktem Mut und mehr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten berichtet. Das Projekt wird jährlich an der IGS Einbeck durchgeführt und konnte dank der Fördermittel der Jugendpflege des Landkreises Northeim, der Stadt Einbeck (vertreten durch die Gleichstellungsbeauftragte und die Jugendpflege) sowie des Fördervereins der IGS Einbeck realisiert werden. Mit dem Thema „Schutz vor sexuellen Grenzüberschreitungen“, mit dem interaktiven Theaterstück „Hau ab!“ von und mit Dirk Beyer beschäftigten sich alle Schülerinnen und Schüler des 6. Jahrgangs spielerisch und humorvoll. An solchen Tagen schallt es durch die Schule wenn die 6. Klasse lautstark „Hau ab oder Nein!“ schreit. Mit ihrer Aufmerksamkeit sind alle ganz in der vorgespielten Situation und durchleben ein auf und ab der Gefühle mit den beiden Theaterpädagogen. Gemeinsam feiern sie ihre selbstbewussten Lösungswege, um sich damit gegen Grenzüberschreitungen, die den Körper betreffen, stark zu machen. Die Klassen sehen Szenen, in denen ein sexueller Übergriff angedeutet wird. Die Jugendlichen sind aufgefordert, die vorgetragenen Situationen zu besprechen und ihre Gedanken zum richtigen Verhalten zu äußern. Sich aktiv gegen sexuellen Missbrauch zur Wehr zu setzen, ist gar nicht so leicht. Umso wichtiger ist es, dass die Schülerinnen und Schüler verschiedene Handlungsschritte kennenlernten, die ihnen in solchen Fällen helfen können: von Sicherheitsabstand, laut brüllen, über schnell wegrennen und Hilfe suchen, egal ob auf der Straße, im Kiosk oder an der nächsten Haustür. Auch Übergriffe von Verwandten und Bekannten wurden thematisiert. Dank der Organisation des Einbecker Vereins zur Förderung der Präventionsarbeit, „FIPS – Für Integration, Prävention und Sozialarbeit e.V.“ können wir auch dieses wichtige Projekt jährlich durchführen. Die Schule dankt allen Beteiligten herzlich für ihre Unterstützung und ihr Engagement. Durch Projekte wie dieses leistet die IGS Einbeck einen wichtigen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung und Gewaltprävention – und stärkt das Selbstbewusstsein junger Menschen nachhaltig.









