Rhapsody in School

IGS-Schüler erleben „Rhapsody in School“ in der Tangobrücke mit dem Hamburger Musik-Ensemble „farbTon“

Die Jacken haben die meisten angelassen. So richtig niederlassen wollen sich die 32 Schülerinnen und Schüler der IGS in der Tangobrücke wohl noch nicht. Auf die Frage, wer denn schon mal in dem  Einbecker Konzerthaus war, meldet sich niemand.

Die Wahlpflicht-Kurse Musik aus Klasse 7 und Klasse 8 sitzen am vergangenen Freitagvormittag vor den Musikern Elisaveta Ilina und Sönke Schreiber. Von leisen Klängen begleitet, schleichen sich die Musiker auf die Bühne und lassen erst einmal die Musik sprechen. Und diese hören die Jugendlichen nicht so häufig. „Ich mag eher rockige Sachen.“, gibt Marvin (14) zu. Trotzdem lässt sich die Schülergruppe voll auf die Musiker ein. Mit Konzentration wird die meditative Musik von Klavier und Marimba verfolgt. Bei dem Einem oder Anderen schließen sich die Augen, um die Musik zu genießen.

„Ich erlebe es oft, dass gerade die quirligen Schüler auf klassische Musik toll reagieren.“, bemerkt Musiklehrerin Theresa Lücking. Auf das Projekt „Rhapsody in School“ sei sie über einen Cellisten bei einem Konzertbesuch im PS-Speicher hingewiesen worden. „Ich habe unsere Schule dort sofort angemeldet.“, erklärt die IGS-Lehrerin. Das mit dem „Echo-Klassik“ ausgezeichnete Projekt möchte junge Menschen für klassische Musik begeistern und vermittelt Schulen die Möglichkeit, Schüler mit den großen Musikern der Klassik-Szene in Kontakt zu bringen. So mancher Besucher der Elbphilharmonie wäre entzückt, einem Star von der Bühne so nah zu kommen, wie es die Schüler in diesem bundesweiten Projekt dürfen.

Zwischen der Musik gibt es viel Platz für Gespräche und Fragen. „Wie sind Sie auf die Idee gekommen, Musiker zu werden?“, „Haben Sie schon einmal eine Welttournee gemacht?“
Doch auch die Musiker haben Fragen an die Schüler. „Warum geht ihr nicht in klassische Konzerte?“
Die Jugendlichen überlegen. Langweilig sei es, steif und verstaubt. Andere Dinge sind mehr angesagt. Facebook, youtube mache einfach mehr Spaß.
Zu jungen Musikern sollen die Jugendlichen gehen, empfehlen daraufhin Ilina und Schreiber. Denn klassische Musik sei cool und habe oft mehr zu bieten als die vier Akkorde, die man aus der Pop-Musik kenne. „Bleibt neugierig und hört, was euch berührt, was euch gleichzeitig traurig und glücklich macht!“, motiviert die Pianistin die Schüler.
Manche Jugendliche haben sie tatsächlich neugierig gemacht. „Ich fand das toll!“, sagt Erik. Er möchte auf jeden Fall einmal in ein klassisches Konzert gehen.
„Und wenn euch das heute gefallen hat…“, setzt Musiker Sönke Schreiber an. Ein Schüler ruft über die anderen hinweg: „…dann liken wir Sie auf Facebook!“