15.09.2014 19:55 Alter: 7 yrs

Einbecker Morgenpost vom 10.09.2014: IGS Einbeck öffnet am Freitag ihre Pforten Umbaumaßnahmen

Neues Raumprogramm: Pädagogisches und räumliches Konzept ist verzahnt


Einbeck (sts). Das Kürzel IGS steht für »Integrierte Gesamtschule«. In einer IGS werden Kinder nicht im Alter von zehn Jahren sortiert, sondern wie in der Grundschule gemeinsam unterrichtet. Die IGS in Einbeck geht am Freitag mit mehr als 100 Schülern an den Start, vorher wurden die baulichen Voraussetzungen für diese neue Schulform in den Gebäuden am Hubeweg 39 geschaffen.

Das Gebäude stammt aus dem Ende der 1960er Jahre, erläuterte Bau-Ingenieurin Michaela Schön vom Landkreis, die mit dem Umbau betraut war. Überalterte Technik beispielsweise im Elektrobereich und manche Überraschung mussten beim Umbau geschultert werden. Hinzu kam, dass bei einer IGS das pädagogische und das räumliche Konzept verzahnt sind. Entstehen musste deshalb ein »komplett neues Raumprogramm«. Rechts neben dem Haupteingang soll eine neue Mensa entstehen, sie wird aber voraussichtlich erst im Frühjahr 2015 fertig gestellt sein. Bis dahin wird übergangsweise ein doppelter Klassenraum für die Mittagsmahlzeit, die  dienstags und donnerstags verpflichtend für die Schüler und Lehrer ist, genutzt.

Das Schulgebäude liegt in Hanglage und damit verbunden sind im Gebäude immer wieder Stufen. 110.000 Euro  stehen für die Herstellung der Barrierefreiheit zur Verfügung. Im Foyer ist eine Rampe entstanden, auf deren Rückseite Sitzplätze entstehen - kuschelig warm über den Heizkörpern. Das Treppenhaus wird noch bis zu den Herbstferien erweitert um einen Fahrstuhl. Eingerichtet wird natürlich auch ein barrierefreies WC. Die Klassenräume und die Lehrerstationen finden sich im Erdgeschoss. Das erste Obergeschoss wird zunächst für die Bendow-Schüler eingerichtet, langfristig hat die Bauingenieurin es aber so geplant, dass es den Ansprüchen der IGS genügt. Für den Umbau im Bestand stehen 640.000 Euro zur Verfügung.

Auch wenn jetzt noch gewerkelt wird, »der Stundenplan steht«, erklärte Sandra Meusel, die die IGS Einbeck kommissarisch leitet. Ihr zur Seite steht als didaktischer Leiter Sascha Mroß. Seit Februar arbeitet die Planungsgruppe an der neuen Schule, immer in guter Zusammenarbeit mit dem Schulträger, also dem Landkreis, und der Landesschulbehörde, wie Meusel bekräftigt. Zum Gründungskollegium der IGS gehören acht Kollegen aller Lehrämter, hinzu kommen mit 30 Stunden zwei Förderlehrkräfte und drei Schulbegleiter für inklusive Schüler. »Hochmotiviert und voller Elan« habe man auch in den Ferien den Start der neuen Schulform in Einbeck vorbereitet, so Meusel. Und jetzt freue man sich über die große Zahl der angemeldeten Kinder, ergänzt Mroß. Bisher habe man bei den Informationsveranstaltungen »viel positives Feedback« erhalten - auch wenn anfangs sicher noch improvisiert werden muss, beispielsweise beim Mittagessen.

Das pädagogische und bauliche Konzept der IGS bedingt sich, denn für eine heterogene Schülerschaft bedürfe es bestimmter Räume. So gibt es vier Klassen- und zwei Differenzierungsräume. Hinzu kommen müssen natürlich Fachräume, Erholungszonen und Bewegungsräume. Die IGS ist eine Ganztagsschule, die die Schüler zwischen 8 und 15.30 Uhr besuchen. Um 7.45 Uhr wird mit dem offenen Unterricht gestartet, ab Herbst soll es ein Frühstücksangebot geben. Der Unterricht erfolgt im Doppelstundenprinzip. Der Nachmittagsunterricht wird durch Angebote der Lehrer, aber auch von externen Kooperationspartnern wie dem ESV gestaltet.

Kurze Wege soll es an der IGS geben, nicht nur räumlich, sondern auch im Austausch. Schließlich sei die IGS eine »Schule in Bewegung«, immer bestrebt sich zu optimieren, erklärt Mroß. Noch vor den Herbstferien werden Schüler und Lehrer zu einer Kennenlern-Fahrt nach Höxter aufbrechen. Wichtig sei es, dass die Schüler an der IGS lernten,  selbstständig zu lernen.

Nun kann es losgehen: Eingeschult werden die IGSler am Freitag, freut sich Meusel. Ihr Kollegium sei motiviert, hätte vermutlich das IGS-Survival-Kit der Schulleiterin mit Schokolade gar nicht gebraucht. Die Beschulung an der Wilhelm-Bendow-Schule läuft aus, die Schule wird zum Schuljahr 2019/2020 Geschichte sein. Bis dahin und auch jetzt im Vorfeld spreche man sich konzeptionell mit der Bendow-Schule ab, erklärte Meusel.