Malte Anders zu Gast an der Integrierten Gesamtschule Einbeck

Am 29.10.2019 bekam der achte Jahrgang der IGS Einbeck einen ganz besonderen Besuch. Malte Anders beehrte die Schule mit seinem Programm „Homologie“.
Der Theaterpädagoge, der unter dem Künstlernamen Malte Anders mit seinem Kabarett-Programm „Homologie“ an Schulen gegen Homophobie und für mehr Toleranz kämpft, räumte bei den Schülerinnen und Schülern des achten Jahrgangs auf mit Vorurteilen und Klischees. Seinen Auftritt im Wilhelm-Bendow-Theater, den er als Schulstunde im Fach „Homologie“ präsentierte, verknüpfte der Kabarettist auf sehr humorvolle Art und Weise mit fast allen Unterrichtsfächern. Er begann seine Stunde mit einem Fächerübergriff zum Fach Deutsch, indem er zunächst die Bedeutung des Wortes „Homologie“ erklärte und den Schülerinnen und Schülern klar machte, dass dieses „Übereinstimmung“ bezeichne, also das, was „gleich und doch anders“ ist. Da homo aber nicht nur „gleich“, sondern auch „Mensch“ bedeutet, leitete er direkt zum nächsten Fach über: die Biologie. Hier machte er sehr anschaulich deutlich, dass Homosexualität auch im Tierreich eine ganz normale Sache sei und mehr als jeder fünfte Pinguin beispielsweise schwul oder lesbisch sei. Außerdem ging er unter großem Gelächter auch auf den „Nasalverkehr“ unter Delfinmännchen ein.
Es folgte das Fach Englisch, indem er den Begriff „Coming Out“ erklärte anhand einiger sehr witziger Anekdoten, anschließend thematisierte er den Sportunterricht seiner eigenen Schulzeit und kam schließlich zu Gesellschaftslehre (Politik, Erdkunde, Geschichte). Er räumte ein, dass sich in Deutschland  schon viel getan habe, wenn man bedenkt, dass Homosexualität vor nur etwas mehr als 25 Jahren noch hierzulande verboten war und im Nationalsozialismus Homosexuelle sogar noch verfolgt und getötet wurden. Und trotzdem gebe es selbst heute noch Diskriminierung, Ausgrenzung und Vorurteile. Er zeigte auf, in welchen Ländern Homosexualität auch heute noch unter Strafe (bis hin zur Todesstrafe) steht und er nannte auch positive Beispiele für den Umgang mit gleichgeschlechtlicher Sexualität, wie Schweden oder aber auch bestimmte Stämme nordamerikanischer Ureinwohner, von denen wir in dieser Hinsicht noch eine Menge lernen könnten. Anschließend konnten die Schülerinnen und Schüler noch anonym Fragen auf einen Zettel schreiben, die Malte Anders mit einer Offenheit beantwortete, dass man spüren konnte, wie er damit Eindruck auf die Schülerinnen und Schüler gemacht hat. Das gesamte Programm hindurch jagte eine Pointe die nächste, aber er hat die Schülerinnen und Schüler nicht nur sehr viel zum Lachen  gebracht, sondern vor allen Dingen dazu, ihre vorgefassten Meinungen kritisch zu reflektieren. So fragte beispielsweise nach der Veranstaltung ein Schüler einen anderen, warum er denn eigentlich zuvor gesagt hätte, dass er Schwule hasse. Dieser entgegnete: „Das war vorhin. Ich hab gemerkt, dass mir das eigentlich ja auch egal sein kann. Das ist ja nicht mein Problem.“ An solchen Gesprächen merkt man, wie gut und wie wichtig die Arbeit von Malte Anders ist oder wie er es selbst etwas provokant formuliert hat: „Homophobie ist heilbar!“
Einen Dank möchte der Förderverein der IGS an dieser Stelle an die Jugendpflege des Landkreises Northeim aussprechen, die durch die finanzielle Förderung dieses Queere-Jugendarbeit-Projektes an der Realisierung maßgeblich Anteil hat.