Zeugnisse gab es mit Abstand

IGS Einbeck: 108 Schüler auf dem Schulhof verabschiedet

Einbeck – Die Integrierte Gesamtschule (IGS) Einbeck hat den Jahrgang verabschiedet, der vor sechs Jahren zu den Mitbegründern der damals neuen Schule gehörte. Schulleiterin Sandra Friedrich setzte sich dann auch wieder die Kapitänsmütze auf, mit der auf dem Kopf sie bereits 2014 von einer bevorstehenden „Schiffsreise durch stürmische See“ gesprochen hatte.

Die sei es auch gewesen. „Wir waren Entdecker und haben schulisches Neuland betreten, gemeinsam Schule neu gedacht, Einiges haben wir gemeinsam ausprobiert und auch wieder über Bord geworfen“, sagte Friedrich. „Das meiste hat sich bewährt und begleitet auf dem Schulschiff der IGS die nächsten Generationen auf ihrer Reise."

Wie ungewöhnlich die Verabschiedung war, konnte am Beginn niemand ahnen: Durch die Hygiene-Auflagen wegen der Corona-Pandemie gab es zwei identische, je 45 Minuten kurze Feiern von getrennten Gruppen, saßen die insgesamt 108 Schülerinnen und Schüler mit Abstand untereinander und nur von jeweils einem Elternteil begleitet auf dem IGS-Schulhof.

Schüler-Band durfte nicht spielen

Keine Schüler-Band durfte spielen, „wir dürfen nicht einmal gemeinsam singen“, bedauerte Schulleiterin Friedrich. Die Zeugnisse wurden nicht mit Handschlag überreicht, die Schüler konnten sie sich nach einer besonderen Choreographie selbst von einem Tisch nehmen.

Nahezu alle hätten ihre schulischen Leistungen in den vergangenen Jahren verbessert, sagte Friedrich. Fast der halbe Jahrgang erhält die Berechtigung zum Besuch einer gymnasialen Oberstufe. ein weiteres Drittel den Realschulabschluss.

Dabei habe bei vielen vor sechs Jahren Hauptschulempfehlung“ in den Akten gestanden. „Das ist eine Leistung, auf die ihr stolz sein dürft“, lobte Friedrich. „Verliert nie den Mut, denkt nach, kämpft für eure Meinung und vertretet sie, seid kritisch, bleibt kritisch, helft weiter einander, so wie wir es euch gelehrt haben und setzt euch ein für eure Familie, für eure Freunde und eine Gesellschaft, die diesen Namen auch verdient“, gab die Gesamtschuldirektorin den Schülern mit auf den Weg. „Ihr seid und bleibt für uns immer etwas Besonderes: Der erste Jahrgang einer ganz neuen Schule.“ Besonders geehrt wurden Jule Köhler als Jahrgangsbeste (Notendurschnitt 1,5) sowie Said Othman und Ammar Alawad, die beide 2015 ohne ein Wort Deutsch zu sprechen aus Syrien gekommen waren.

Ammar erhielt den Pokal „Durchstarter des Jahres“, er will Medizin studieren und später Kardiologe werden. Said wechselt auf die BBS Einbeck und möchte Architektur studieren. zfb

Quelle: HNA, 30. Juni 2020