Rundbrief 01.11.2020

Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Eltern und Erziehungsberechtigte,

wir ahnten bereits, wie herausfordernd die nächsten Monate werden und haben nun einen ersten Eindruck bekommen, was uns in den Schulen erwartet.

Zuallererst möchte ich positiv die tolle Arbeit aller Lehrkräfte in den letzten turbulenten Tagen hervorheben, die im Hintergrund alle neuesten Informationen und Anweisungen, die ich sukzessive vom Gesundheitsamt und Schulträger bekam, sehr zügig und gut verteilt und organisiert sowie geduldig Fragen beantwortet haben. In der Verwaltung stand das Telefon ebenfalls nicht still und der ganz normale Schulalltag will auch noch bewältigt werden. Vielen Dank für das Verständnis von allen, wenn Gespräche manchmal nicht möglich waren oder sehr kurz ausfielen. Das war am Donnerstag und Freitag eine wirkliche Herausforderung für die Verwaltung auch bei uns im Hause. Vielen Dank auch an die lieben Lehrkräfte, die mir am Freitag auch Unterstützung und Entlastung angeboten haben.

Ich bin wirklich beeindruckt, wie schnell und zuverlässig, aber auch ruhig, Sie, liebe Eltern und Erziehungsberechtigten des Jahrgangs 10 sich an der BBS Einbeck zum (von mir nicht erwarteten) Test eingefunden haben.

Das gilt natürlich auch für euch, liebe Schülerinnen und Schüler. Das war eine organisatorische Herausforderung für alle, die eingebunden waren, auch für die vielen ehrenamtlichen Helfer vor Ort. Ich bin gespannt auf das Ergebnis, wage aber, angesichts steigender Infektionsraten allgemein, vor dem Hintergrund von aktuell bereits 165 ganz geschlossenen Schulen und neuesten Studien zur Infektionsrate bei Kindern und Jugendlichen, die häufig keine Symptome zeigen (wie auch bislang in unserem Fall), keine Prognose mehr – für keine Schule.

Die Allgemeinverfügung Nr. 16 des Landkreises, die Sie auf der Schulhomepage finden, besagt nun ab sofort für unsere Schule, dass bis zum Ende der Quarantänemaßnahme am 11.11.2020 für alle Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine Maskenpflicht herrscht. Zudem findet kein Sportunterricht statt und einige Fachräume, die sich im Gebäude der Realschule befinden, dürfen nicht genutzt werden. Im Papier selbst finden Sie auch Hinweise zur Befreiung der Maskenpflicht. Es gibt medizinisch indizierte Fälle, die durch ärztliches Attest vom Tragen generell befreit sind. Das Fehlen einiger Lehrkräfte, die sich ebenfalls in Quarantäne befinden, stellt auch für die Vertretungssplaner eine logistische Herausforderung dar. Da für mich selbst vorsorglich ebenfalls Quarantäne angeordnet wurde, übernimmt Herr Mroß als didaktischer Leiter die Präsenz vor Ort und wird daher keinen Unterricht erteilen können, um alle anfallenden Aufgaben erledigen zu können.

Was uns alle in den kommenden Wochen erwartet, weiß niemand. Einstellen müssen wir uns gemeinsam auf alle Szenarien. Abhängig von den Inzidenzwerten wechseln wir in das Szenario B (also das bekannte Modell mit der Präsenzbeschulung halber Lerngruppen) oder gar in das Szenario C, d.h. Homeschooling für alle. Die neuesten Informationen und Vorgaben dazu habe ich über die Klassenverteiler am Freitag versendet.

Alle Schulen bemühen sich redlich, die immer wieder aktualisierten und zahlreichen Verfügungen bestmöglich umzusetzen, was nicht immer einfach ist. Wir bewegen uns im Spagat für Ihre Kinder so viel Normalität und auch Kontakt und Beziehung untereinander wie möglich herzustellen, welche für die Entwicklung so wichtig ist und gleichzeitig darauf zu achten, Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln einzuhalten. Unser Kerngeschäft, guten Unterricht zu erteilen, haben dabei stets alle im Blick.

Die kalte, nasse Jahreszeit bereitet allen Kopfzerbrechen, Ihnen so wie uns. Wir hatten bislang die Fensterflügel eher stets durchgehend geöffnet und mussten darauf achten, Fenster zu schließen. Jetzt ist es umgekehrt. Eine neue Gewohnheit aufzubauen, braucht ca. 21 Tage, sagen Psychologen. Das Händewaschen und Desinfizieren ist mittlerweile ritualisiert, die Mund-Nase-Bedeckung gehört zum Alltag und jetzt gilt es das Lüftungsmodell konsequent einzuüben. Ich habe um einen festen Lüftungsdienst durch Schülerinnen und Schüler in jeder Klasse gebeten und möchte das auch gerne in den Kursen installieren. Bei gutem Unterricht verliert man wie beim Spielen die Zeit aus den Augen (was mir selbst auch gerade passiert ist), daher sind visuelle Anreize (Lüftungsplakat) und Zeitwächter die beste Unterstützung, um das 20-5-20 Lüftungsmodell schnellmöglich zur festen Gewohnheit werden zu lassen, die uns alle schützt. Leider funktioniert die Lüftungs-app nur da, wo wlan vorhanden ist. Bitte unterstützen Sie uns als Eltern auch und sorgen Sie bitte für die entsprechende Bekleidung ihres Kindes, lieber eine Jacke und ein Halstuch mehr als zu wenig zum Einkuscheln.

Derzeit werden auch zwei CO 2-Messgeräte angeschafft – vorerst ein Anfang. Liebe Schülerinnen und

Schüler, helft uns bei der Umsetzung der Hygienemaßnahmen eigenverantwortlich mit und achtet auf euer Tun, aufeinander und erinnert bitte auch uns an Regeln, denn auch wir sind nicht fehlerfrei.

Es nützen all unsere gemeinsamen Bemühungen leider wenig, wenn an den Bushaltestellen in der Stadt kaum jemand Abstände einhält, sich Freunde in den Armen liegen und fast niemand eine Maske trägt. Hier haben wir als Schule keinen Zugriff mehr. Das ist mir aktuell beim Vorbeifahren zur Mittagszeit am ZOB Einbeck sehr aufgefallen. Bitte sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber. Leider gibt es auch für den Schülertransport selbst noch keine flächendeckende Lösung, was Elternverbände landesweit verständlicherweise kritisieren. Einige Eltern fahren ihre Kinder selbst und reichen die Kosten ein, auch auf die Möglichkeit hatte ich hingewiesen. Ich bin vor dem aktuellen Hintergrund froh, dass so viele meine ganz persönliche Empfehlung des durchgehenden Tragens des Nase-Mund-Schutzes auch während des Unterrichts in dieser ersten Woche umgesetzt haben. Vielleicht hat es ja geholfen. Danke an alle Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte, zumal es wirklich anstrengend ist. Es fehlt an Gestik und Mimik, das ist etwas, was das Unterrichten und die Kommunikation deutlich erschwert. Nun dürfen wir die Maske leider vorerst auch in der Pause draußen auf dem Schulhof nicht ablegen, eine nächste Herausforderung. Bitte sorgen Sie daher als Eltern dafür, dass Sie sich als Familie wo und wann immer es Ihnen möglich ist, an der frischen Luft ohne Maske bewegen. Sorgen Sie für eine gesunde und vitaminreiche Ernährung, um das Immunsystem fit zu halten. Das hilft sicherlich sehr.

Bei aller Sorge sollten wir uns auch bewusst auf schöne Dinge konzentrieren und da haben wir in unserer Schule ganz viel zu bieten mit und trotz Corona: grandiose Stadtführungen durch Schülerinnen und Schüler unserer Schule, die wir durchgeführt haben, die Arbeit im Jugendparlament, die Aktion „Einbeck putzt sich raus“ im 5. Jahrgang, die erfolgreiche Teilnahme an Wettbewerben und die gerade sehr positive Rückmeldungen aus den Unternehmen über unsere Schülerinnen und Schüler des 9. Jahrgangs, die sich gerade im Schülerbetriebspraktikum befinden. Liebe Schülerinnen und Schüler: Ihr macht das großartig und ich kann mich auf euch als Botschafterinnen und Botschafter verlassen!

Ich wünsche uns allen Gesundheit, Optimismus und viele schöne kleine Momente, die den November einbisschen heller machen...

Liebe Grüße

i.A. Sandra Friedrich

Gesamtschuldirektorin