Kohle oder Kloppe

Polizei-Puppenbühne leistet bei IGS-Schülern Präventionsarbeit

Einbeck. Prävention bedeutet vorbeugen und verhindern. Die Präventionspuppenbühne der Polizeidirektion Göttingen, Dezernat 11, macht das auf ihre Weise: Spielerisch mit Handpuppen sensibilisiert sie Kinder und zeigt Kindern Lösungswege auf - beispielsweise bei Gewalt, Gefahren im Verkehr oder Alkohol. Die Polizeioberkommissare Martin Napp und Gudrun Nixdorff sowie Polizeikommissarin Petra Osburg waren mit ihrem Stück »Rocky« jetzt zu Gast bei den fünften Klassen der Integrierten Gesamtschule Einbeck.
Seit mittlerweile 38 Jahren spielt die Göttinger Polizei für Schüler Puppentheater. Seit 2003 haben Napp, Nixdorff und Osburg das Stück »Rocky« im Programm - und damit begeistern sie nicht nur die Schüler, sondern leisten echte Präventionsarbeit.
Denn das Stück ist nah an der Lebenswirklichkeit der Kinder - das wurde deutlich im Dialog mit den Schülern. Mit den Puppen Lisa, Max, Rocky und dem Lehrer Pfeiffer wurden konfliktreiche Situationen an der Bushaltestelle und auf dem Pausenhof auf die Bühne gehoben und den Kindern Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt. Der Opferschutz, so Nixdorff, stehe dabei im Vordergrund. Es gehe darum, Kinder zu stärken, ergänzte Napp. Erzählt wird die Geschichte von Max, der neu an der Schule ist. An der Bushaltestelle unterhält er sich mit Lisa. Dann kommt Rocky dazu und ärgert ihn. In der nächsten Szene beginnt Rocky auf dem Schulhof, Max zu erpressen: Kohle oder Kloppe - das kann Max sich aussuchen. Er verlangt Geld. Als Max nicht zahlen kann, stiftet Rocky sein »Opfer« zum Diebstahl an. Zwar ist bei Max die Angst groß, doch hat er mit Lisa eine Verbündete, die nicht »petzt«, sondern Rockys strafbares Verhalten dem Lehrer Pfeiffer meldet. Max widersetzt sich der Anstiftung, und er ist froh, dass er Unterstützung vom Lehrer und von Lisa bekommt.
Das Puppenspiel wurde von den Polizeibeamten mehrfach unterbrochen, um mit den Schülern über die Szenen zu sprechen. Stärke zu zeigen, keine Angst zu haben sowie Hilfe bei Lehrern, Eltern, Bus-Scouts oder Streitschlichtern zu holen, sei eine gute Möglichkeit, um aus Konfliktsituationen herauszukommen. Dafür müsse man mutig sein. Mut bedeute trotz Angst zu handeln, stellte Nixdorff heraus. Ganz nebenbei wurden die verschiedenen Straftatbestände thematisiert. Mit Gespräch und Puppenspiel machten die Polizeibeamten deutlich, dass es oftmals richtig ist, Zivilcourage zu zeigen und sich Hilfe zu holen. sts

Quelle: Einbecker Morgenpost